Ferritin

Vitamine & Mineralstoffe

Ferritin — Dein Eisenspeicher-Wert

Ferritin zeigt, wie viel Eisen dein Körper gespeichert hat. Es ist der empfindlichste Marker für Eisenmangel — den häufigsten Nährstoffmangel weltweit. Besonders Frauen im gebaerfaehigen Alter sind oft betroffen.

Was ist Ferritin?

Ferritin ist ein Eiweiss, das Eisen in deinem Körper speichert — vor allem in der Leber, der Milz und im Knochenmark. Der Ferritin-Wert im Blut spiegelt wider, wie gut deine Eisenreserven gefuellt sind.

Eisen ist essenziell für den Sauerstofftransport (als Bestandteil von Haemoglobin), die Energieproduktion in den Zellen und die Funktion des Immunsystems. Ein Ferritin-Wert unter 30 ng/ml zeigt bereits geleerte Speicher, selbst wenn das Haemoglobin noch normal ist — man spricht dann von einem latenten Eisenmangel.

Referenzwerte

GruppeReferenzbereich
Frauen (praeemenopausal)15-150 ng/ml
Frauen (postmenopausal)30-300 ng/ml
Maenner30-400 ng/ml
Optimal (beide)50-150 ng/ml
Kinder7-140 ng/ml

Was bedeutet ein erhöhter Wert?

Ein erhöhtes Ferritin kann verschiedene Ursachen haben. Wichtig zu wissen: Ferritin ist auch ein Akute-Phase-Protein — es steigt bei Entzündungen, Infektionen und Lebererkrankungen an, ohne dass ein Eisenüberschuss vorliegt.

Echte Eisenüberladung: Haemochromatose (erbliche Eisenspeicherkrankheit, betrifft ca. 1 von 200 Menschen), häufige Bluttransfusionen. Andere Ursachen: Leberentzündung (Hepatitis), Alkoholmissbrauch, chronische Entzündungen, Stoffwechselsyndrom, bestimmte Tumorerkrankungen. Zur Differenzierung wird oft die Transferrinsaettigung mitbestimmt.

Was bedeutet ein niedriger Wert?

Ein niedriges Ferritin ist der eindeutigste Beweis für einen Eisenmangel. Häufige Ursachen sind: Starke Menstruationsblutungen (häufigste Ursache bei Frauen), chronische Blutungen im Magen-Darm-Trakt (z.B. durch Magengeschwuere oder Polypen), erhöhter Bedarf in der Schwangerschaft und Stillzeit, vegane oder vegetarische Ernährung ohne gezielte Eisenzufuhr und Ausdauersport (Laeuferanemie).

Bei Ferritin unter 15 ng/ml ist die Eisenspeicherung nahezu vollständig aufgebraucht. Werte zwischen 15 und 30 ng/ml zeigen bereits relevante Speicherentleerung.

Welche Symptome koennen auftreten?

Eisenmangel-Symptome koennen schon auftreten, bevor eine Anaemie vorliegt. Typische Zeichen sind:

Chronische Müdigkeit und Erschöpfung, die sich trotz ausreichend Schlaf nicht bessert. Konzentrationsprobleme und verminderte Leistungsfähigkeit. Blasse Haut und Schleimhaeute. Brueche Naegel und Haarausfall. Mundwinkelrhagaden (eingerissene Mundwinkel). Restless Legs — unruhige Beine, besonders abends. Erhöhte Infektanfaelligkeit. Kopfschmerzen und Schwindel.

Was du tun kannst

Eisenreiche Ernährung: Rotes Fleisch ist die beste Eisenquelle (Haemeisen wird am besten aufgenommen). Pflanzliche Quellen: Linsen, Kichererbsen, Spinat, Kuerbiskerne, Haferflocken. Vitamin C zum Essen verbessert die Eisenaufnahme erheblich — ein Glas Orangensaft zur Mahlzeit kann die Aufnahme verdoppeln.

Was die Eisenaufnahme hemmt: Kaffee und schwarzer Tee (Tannine), Milchprodukte (Kalzium) und Vollkornprodukte (Phytate) — diese nicht gleichzeitig mit eisenreichen Mahlzeiten konsumieren. Bei nachgewiesenem Mangel kann dein Arzt Eisenpraeparate verschreiben. Eine Kontrolle nach 8-12 Wochen zeigt den Therapieerfolg.